Ein neuer Radiosender muss her

Täglich erreichen uns schlimme Nachrichten: die Armut wächst, Krankheiten nehmen zu, Betrug und Korruption wird öffentlich, Lebensmittelskandale rauben uns die Nerven und unsere Gesellschaft scheint immer ungerechter zu werden.
Stöhnend machen wir uns jeden Morgen an die Arbeit.
Die Fähigkeit, immer wieder aufzustehen, heißt Resilienz.
Was könnte uns dazu bringen, anzunehmen dass etwas besser wird? Wer sagt uns, dass Geduld und Ausdauer die Eigenschaften sind, die gerade jetzt dazu führen werden, dass sich etwas ändert?
Ist es wirklich richtig, dass sich mit der täglichen positiven individuellen Energie auch die Energieform unserer Gesellschaft ändern lässt?
Schwere Fragen am Morgen, der durch den Finger am Radio neue Düsterkeit erhalten wird! Ist es besser, den Kopf in den Sand zu stecken? Oder wie die drei Affen sich zu entscheiden, nichts zu hören, nichts zu sehen und nichts zu sagen?
Bei uns im Westen werden die ursprünglich japanischen Affen als Sinnbild für mangelnde Zivilcourage herangezogen. Dabei stehen sie dort für die buddhistische Tugend, über Schlechtes hinwegsehen zu können und gelten als Glücksbringer. Schließen wir uns dem Zen-Weg an:
Die beste Nachricht der letzten Tage war die, dass immer mehr Menschen beginnen, vegan zu leben. Neue Vegan-Restaurants machen auf, in Bioläden treffen sich immer mehr Menschen, das Angebot von sauberen Lebensmitteln in den Regalen wird jeden Tag größer und schließlich scheinen auch in der Landwirtschaft immer mehr Bauern sich von dem Wahnsinn aus Pestiziden, Kunstdünger und Hybridzüchtung zu verabschieden.
Das kann doch gut werden!
Jetzt fehlt nur noch, dass im Radio ein vegan produzierter Rock Hit läuft.
Das wäre Wasser auf meine Mühlen, das würde meinen den Glauben an die Zukunft stärken und würde die deprimierenden Gedanken vertreiben.
Resilienz ist ein verdammt hartes Geschäft besonders für den, der täglich positive Impulse braucht, um sie aufzubauen.
Ich hätte gern in meinem Radio statt der Sensations- und Depri-Nachrichten ein Programm mit nur positiven Meldungen! Oh wie wunderbar wär’ solch ein Morgen!

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Pfarrer Kautter: “…uns selbst realistisch einschätzen!”

Pfarrer Kautter aus Hedelfingen

"Religion sollte für das ganze Leben sein...!"


Wilhelm Kautter, Evangelischer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde im südlichen Neckar-Vorort, Stuttgart-Hedelfingen, Jahrgang 1956, geboren in Bad Urach. Nach dem Abitur Zivildienst in einem Altenheim. Studium in Tübingen und München. Besondere Interessen: Altes und neues Testament, Kirchengeschichte. Vikariat in Kornwestheim. 1. Pfarrstelle in Heilbronn-Neckargartach.
Kautter
Der Zivildienst hat mich zum Theologiestudium gebracht. Ich bin von Natur eher ein naturwissenschaftlicher Typ und meine Wahl war die Mathematik. Ich habe schon immer viel gelesen und war oft im Theater. Wäre ich Mathematiklehrer geworden, wäre ich vielleicht meiner Tendenz zur Zurückgezogenheit doch eher gefolgt. Im Zivildienst habe ich gespürt, dass ich mit Menschen ganz verschiedener Altersgruppen gut zurechtkomme. Ich habe mich dann für das Theologiestudium entschieden. Die Wahl war gut, denn die Theologie ist eine sehr breite Wissenschaft. Das Studium war sehr interessant. Und man geht einem Beruf entgegen, der sehr vielseitig ist.
mindfitnet
Sie wollten also Mathe-Lehrer werden…..
Kautter
Ich wäre Lehrer für irgendwas Naturwissenschaftliches geworden. Naturwissenschaft ist etwas, wo es klare Richtlinien gibt. Und Richtlinien gab früher der Pfarrer auch. Die Theologie war früher vielleicht so etwas wie höhere Mathematik. Es gab eben nur Richtig und Falsch. Das hat sich geändert. Heute ist für mich der Religionsunterricht der Unterricht, in dem die jungen Menschen zum selbstständigen Denken und Glauben gebracht werden sollen. Sie sollen nicht fertige Wahrheiten übernehmen, sondern ihren eigenen Glauben bilden.
mindfitnet
Wollen die Kinder noch den Pfarrer beim Suchen nach dem Weg?
Kautter
Kinder und auch Jugendliche haben immer Fragen nach dem Sinn des Lebens. In manchen Phasen des Aufwachsens sind zwar andere Themen wichtiger, aber die Fragen bleiben! Ich gebe Unterricht in einer zehnten Klasse der Werkrealschule. Da kann man sehr vernünftig reden. Es geht fast immer um Lebenserfahrung und um die zukünftige Gestaltung des Lebens.
mindfitnet
Das klingt sehr optimistisch. Gibt es in Ihnen auch das Gefühl das sagt: „Es wäre besser wenn…“
Kautter
Ich bin realistisch. Jede Zeit hat ihre positiven und negativen Aspekte. Und wir tun das Beste, wenn wir auf die jeweils aktuellen Fragen möglichst sensibel eingehen.
mindfitnet
Wachsen die Fragen an die Kirche? Im Angesicht des Rücktritts des Papstes?
Kautter
Ich bin überrascht über die Medienwirksamkeit des Papstes. In unserer Kirche erreicht ein Landesbischof so ein Echo nicht. In unserer Kirche gab es z.B. Medienwirksamkeit, als eine Vikarin einen Muslim geheiratet hat. Der Papst hat ein riesiges Echo. Und ich finde die Haltung gut zu sagen: Ich habe die Kraft nicht mehr, dieses Amt auszuüben. Andererseits finde ich es gerade für den früheren Kardinal Ratzinger erstaunlich, diesen Schritt zu tun! Denn so kommt auch eine gewisse Menschlichkeit in dieses Amt. Ich würde mir wünschen, dass diese Menschlichkeit von der katholischen Kirche auch in anderen Bereichen ausgeübt wird: die Frage des Zölibats zum Beispiel sollte von jedem selbst entschieden werden.
mindfitnet
Menschlichkeit hat auch beim Papstbesuch in Deutschland gefehlt, in der Begegnung mit Protestanten. Da herrschte eher dogmatische Kälte.
Kautter
Kardinal Ratzinger war nicht umsonst der Chef der Glaubenskongregation und zuständig für Dogmen. Dass er jetzt sich selbst gegenüber diese Menschlichkeit zugelassen hat lässt hoffen.
mindfitnet
Wenn Sie aus dem Fenster sehen: was sind die dringenden Fragen in Hedelfingen?
Kautter
Ich habe verschiedene Wirkungskreise. Es gibt den inneren Kreis der Kirchengemeinde. Dann gibt es die Menschen, die sich von bestimmten Gottesdiensten angezogen fühlen. (z.B. meditative Gottesdienste, Gottesdienste mit Musik usw.) Dann gibt es die Schule und da bin ich im Stadtbezirk engagiert. Hier ist die Schul-Frage gerade aktuell: wie soll diese in der Zukunft für die Kinder aussehen? Ich bin für die Gemeinschaftsschule, in der für Kinder mit verschiedenem kulturellem Hintergrund eine höhere Durchlässigkeit und mehr individuelle Möglichkeiten realisiert werden können. Die Kinder sind nicht mehr schon ab der fünften Klasse festgelegt auf einen Bildungsgang.
mindfitnet
Hört man in der Stadt noch auf den evangelischen Pfarrer?
Kautter
Ich bin eher nicht der Typ, der fertige Antworten geben will. Ich möchte die Leute gerne zum Nachdenken bringen. Jeder von uns ist gehalten, in und mit den verschiedenen Gruppen und Persönlichkeiten unseres Lebens Lösungen zu finden.
mindfitnet
Das ist eine demütige Haltung
Kautter
Vielleicht! Aber es ist auch anspruchsvoll, weil ich jedem die Fähigkeit zu Lösungen zutraue!
mindfitnet
Sind Protestanten eher demütig?
Kautter
Es gibt bei den Protestanten natürlich auch Macht. Oder anders gesagt: Demut kann auch Macht sein. Denn wenn der Eine seine Demut zu sehr betont, kann der Andere kaum noch seine eigene Meinung vertreten.
mindfitnet
In der protestantischen Kirche gibt es viele verschiedene Strömungen…
Kautter

Evangelische Gemeinde Stuttgart Hedelfingen


Auch hier im schönen südlichen Neckar-Vorort gibt es die etwas liberaleren und die etwas pietistischeren Strömungen. In unserer Kirchengemeinde sind wir sehr bestrebt, uns zu achten. Und zu gemeinsamen Lösungen zu kommen. Das dauert manchmal etwas länger aber Grabenkämpfe sind nicht dem Gemeindeleben förderlich..
mindfitnet
Greift die Beliebigkeit im Glauben um sich?
Kautter
Persönlicher Glaube ist zutiefst protestantisch. Das ist historisch gesehen die Botschaft von Martin Luther. Neu ist, dass man sich heute aus allen Weltreligionen seinen Glauben zusammen mixt. Und wie ich schon gesagt habe: der Mensch muss sich seinen Glauben selbst täglich erarbeiten. Bedenklich ist, wenn man von einem Glaubenssatz zum anderen hüpft und sich selbst keine Beständigkeit mehr gönnt. Religiosität ist ja nicht eine Frage von Angebot und Nachfrage. Hier besteht Gefahr: Religion wird heute zu einem Konsum-Artikel. Religion sollte für das ganze Leben sein – nicht nur für bestimmte Situationen.
mindfitnet
Die Botschaft des Jesus von Nazareth kann ja auch anstrengend sein…
Kautter
Wenn Religion mit der Konsumhaltung zusammen kommt, dann wird es mit der Anstrengung schwierig. Aber die Menschen heute sind nicht schlechter als früher. Unsere Gesellschaft treibt uns ein Stück weit in den Religions-Konsum hinein. Das Neue zu suchen ist heute eher Zeitgeist als eine gewisse Standfestigkeit. Die Frage ist ja: was ist für mich wichtig und darüber hinaus auch für die Welt. Jesus ist nicht umsonst gekreuzigt worden. Er war unbequem.
mindfitnet
Wenn Jesus jetzt uns begegnen würde was würde er uns sagen?
Kautter
Das ist schwer zu sagen. Je nachdem, wo er gerade wäre, hätte er uns Verschiedenes zu sagen. Er wäre vielleicht engagiert in einem Altenheim oder in einem Flüchtlings-Wohnheim.. Aber er war ja auch zu seiner Zeit bei den Zöllnern, den Reichen. Er war auch auf Festen und hat Wasser in Wein gewandelt. Er war kein grimmiger Moralapostel, sondern er wollte, dass alle Menschen das Leben in der Fülle haben. Engagement für die, die nichts oder wenig haben, ist eine wichtige Aufgabe.
mindfitnet
Wird Ihre Kirche in zehn Jahren noch so voll sein wie jetzt?
Kautter(lacht)
Sie ist schon jetzt nicht mehr voll. Der Trend wird wohl noch weitergehen. Ich freue mich, wenn meine Kirche manchmal bei besonderen Gottesdiensten oder Konzerten voll ist. Wir erreichen die Menschen auf vielen Wegen. Aber die Vorstellung, dass jeder jeden Sonntag in die Kirche geht und das in jedem Stadtteil – von der Vorstellung können wir uns verabschieden. Wir müssen sehen, wo wir die Menschen erreichen können.
mindfitnet
Aber die Aufgaben der Kirche wachsen eher….
Kautter
…sie werden zumindest nicht kleiner. Und auch deshalb müssen wir lernen, uns selbst realistisch einzuschätzen. Was können wir leisten? Denn wenn wir meinen, wir müssten für Alles und Jeden da sein, wären wir überfordert. Aber in unserer Gemeinschaft, wo jeder andere Gaben und Grenzen hat, können wir sehr viel erreichen.
mindfitnet
Herzlichen Dank!

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Altenpflege mit Verstand und Herz

M. Natanni, Pflegedienstleiter im SEAH Emma-Reichle-Heim


Marco Natanni 37 Jahre alt, verheiratet zwei Kinder. Seit 1991 hier im Emma-Reichle-Heim in Hedelfingen, ein Heim der SEAH (Evangelische Altenheimat). 1995: Ausbildung zum Altenpfleger. Ab 2000: Wohnbereichsleitung ERH III. Etage. Danach Weiterbildung und Seminare. Seit 2009 Pflegedienstleiter!
mindfitnet
Ihr Arbeitsgebiet ist die Organisation und Optimierung der Pflege der Bewohner
Natanni
Im Emma-Reichle-Heim wohnen derzeit 80 Menschen, für deren Wohlergehen ich zuständig bin. Das ERH hat 55 Mitarbeiter mit unterschiedlichem Beschäftigungsumfang, unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und unterschiedlichem Ausbildungsstand. Auch Personalführung – mit allem Zwischenmenschlichem und Organisatorischem- gehört zu meinem Aufgabengebiet und zu meiner Verantwortung.
mindfitnet
Es scheint so, dass Ihr Beruf sie ausfüllt!
Natanni
Wenn es nicht so wäre, würde ich mich wohl kaum nach 22 Jahre noch hier in diesem Heim und in dieser Institution (SEAH) engagieren. Natürlich gibt es in meinem Beruf ein ständiges Auf und Ab, wechselnde Anforderungen, immer neue Herausforderungen, täglich neue Aufgaben. Ich arbeite sehr gern mit Menschen – nicht nur mit älteren Menschen sondern auch mit meinen Kollegen hier- und es ist ein gutes Gefühl, so einen sinnvollen und ausfüllenden Beruf zu haben.
mindfitnet
Man sagt, in Altenpflege wäre sogar ein Investitionsbereich mit Rendite. Würden sie ein eigenes Heim aufbauen? Ein fünf Sterne-Seniorenheim?
Natanni
Hier ist ja schon eines! (lacht).Die Stiftung, für dich arbeite, halte ich für eine ausgesprochen positive Institution. In die SEAH würde ich jederzeit sofort investieren.
mindfitnet
Pflege steht und fällt mit den Mitarbeitern: Gibt es guten Mitarbeiter-Nachwuchs?
Natanni
Vorab: Hier in der SEAH werden die Azubis gut bezahlt. Wir alle hier sind ungefähr gleichgestellt mit dem Bankensektor. Da hat sich einiges getan in den letzten Jahren.
mindfitnet
Ist es ein schwerer Beruf? Soziale Belastung, Nachtschichten, Stress?
Natanni
Wir sind sehr darum bemüht, unsere Mitarbeiter sozial verträglich einzusetzen. Natürlich: In unserem Job braucht man ein großes Herz und sehr viel Verständnis für ältere Menschen! Aber die Zeiten sind vorbei, wo man endlose Nachtschichten machen musste.
mindfitnet
Was wünschen Sie sich von Ihren Mitarbeitern?
Natanni
Das Schwergewicht liegt nicht mehr im so genannten „diakonischen Denken“! Opferrolle und Helfersyndrom sind nicht mehr gefragt! Wir suchen Mitarbeiter, die professionell ausgebildet sind. Die sich abgrenzen können, um nicht selbst unter den Anforderungen ein zu knicken! Die die vielfältigen Kommunikations- und Pflegeaufgaben im Team positiv bewältigen können.
mindfitnet
Helfersyndrom und Aufopferung sind out?
Natanni
Natürlich brauchen wir hier Ideale! Wir brauchen Menschen, die in medizinischen und psychologischen Grundkenntnissen ausgebildet sind. Aber noch viel mehr brauchen wir junge optimistische Persönlichkeiten, die Situation bewältigten können und die ihr Handeln reflektieren anpassen und dokumentieren können.
mindfitnet
Wir werden Ihre Mitarbeiter von Ihnen unterstützt, geschult und weitergebildet?
Natanni
In meiner 22 jährigen Berufserfahrung habe ich oft genug Stress, Burnout und Depression erlebt. Deswegen scheint mir wichtig zu sein, dass unsere Mitarbeiter ein gutes soziales Umfeld haben und sich in ihrer Freizeit aktiv einen guten Ausgleich schaffen. Die Heimleitung des ERH initiiert Team-Prozesse, Mitarbeiter-Kommunikation und Mitarbeiter-Schulungs-Programme. Wir organisieren Feste und Ausflüge für unser Team! So versuchen wir, eine gute Team-Situation und eine positive wertschätzende Arbeits-Atmosphäre zu schaffen.
mindfitnet
Welche Herausforderungen der Zukunft sehen Sie?
Natanni
Ich bin Optimist. Sorgen macht mir die zunehmende Bürokratisierung. Wir verbringen mittlerweile mehr Zeit mit Dokumentation über unsere Bewohner als mit Ihnen selbst. Das sollte sich ändern. Sorge macht mir auch, dass unsere Azubis kaum über allgemein akzeptable Verhaltensressourcen verfügen: Elternhaus, Bildung, Erziehung, Persönlichkeit- da fehlt es! Und dann wünsche ich mir die öffentliche Wertschätzung unserer Arbeit. Die Angehörigen unsere Bewohner sind mit unserer Arbeit sehr zufrieden aber in der Öffentlichkeit ist unser Beruf eher weniger respektiert. Es geht um Wertschätzung für unseren Beruf und um Anerkennung. Beides würde uns allen hier gut tun!
mindfitnet
Solange die Abrechnung nach Minuten vor sich geht haben Menschen eher Angst vor der Pflege
Natanni
Pflege ist vom Gesetzgeber durch eine Unmenge von Auflagen geregelt, nach denen unsere Arbeit in technische Abläufe und Pflichten gegliedert ist, Danach wird abgerechnet. Wir hier im ERH – und alle auch ganz persönlich – sehen schon seit Jahren hinter jedem Pflegefall die ganz individuelle Person. Um die geht es uns. Ja , ich gebe zu, dass in der Ausbildung und der Prüfung immer noch Waschen, Anziehen, Pflege im Bett usw. den Schwerpunkt bilden. Da muss sich noch Vieles ändern. Wir reden jetzt nicht von der Schwerst-Pflege. Aber wir haben in der Regel hier Menschen, denen wir die Kraft geben sollten, sich selbst solang und so viel wie möglich zu versorgen. Das Gefühl, noch stark zu sein, gibt den Bewohnern Kraft und Persönlichkeit. Und so ist es ja auch: Wenn Töchter oder Söhne uns Ihre Mütter oder Väter anvertrauen, dann wollen sie wissen: wie sind ihre Eltern persönlich versorgt! Meist glauben sie uns, dass die Zähne geputzt werden. Diese „technischen“ Sachen laufen doch bei einem guten Kontakt zwischen Bewohner und Mitarbeiter nebenher!
mindfitnet
Auch die Bewohner ändern sich…
Natanni
Wir bekommen jetzt unseren ersten türkischen Mitbewohner. Das zeigt: selbst in der türkischen Kultur, die eine so starke Familienstruktur hat, kann die Versorgung der Alten in der Familie auch nicht mehr geleistet werden!.
mindfitnet
Ist häusliche Pflege besser
Natanni
Die Versorgung mit Pflegediensten zu Hause ist sehr kompliziert und gerade Gemeinschaft und Kommunikation ist im häuslichen Umfeld von den Angehörigen sehr schwer zu organisieren. Heißt das Würde, wenn Menschen den ganzen Tag allein in ihrer Wohnung sitzen? Wenn nur einmal am Tag der Pflegedienst für 20 Minuten kommt? Wir hier im Heim bieten sehr starken sozialen Kontakt für unsere Bewohner! Das halte ich für äußerst wichtig.
mindfitnet
Was sind die Aufgaben der Zukunft?
Natanni
Wir brauchen politische Initiativen zur Wertschätzung unserer Arbeit, wir brauchen qualifizierte Mitarbeiter, deren Beruf in der Öffentlichkeit respektiert ist und wir wünschen uns engagierte Angehörige.
mindfitnet
Auf sie kommen Generationen von älteren Menschen zu die völlig neue Bedürfnisse haben…
Natanni
….und deren Wünsche und Bedürfnisse müssen wir erfüllen können. Jetzt kommen bald die 68 er als Bewohner und das wird eine Herausforderung: an die Mitarbeiter, an technische Voraussetzungen, an die Politik und die Gesetze und die Gesellschaft. Jetzt haben wir unsere Erfahrungen mit den Kriegsgenerationen und ihren ganz eigenen Anforderung gemacht. Bald werden sich Stil und Anforderungen ändern aber wir freuen uns darauf. Und wenn wir auch noch erreichen, dass das, was wir wirklich für unsere Bewohner tun, in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, dann habe ich keine Angst vor der Zukunft für unseren Beruf.

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Depression was tun?

Paddelboot als Bewegungsantrieb

mit dem Dampfer nach Sylt

Depression ist ein Ergebnis von Selbstwertverlust und Umweltverlust. Depressive Gedanken machen die eigene Person zunehmend handlungsfähig, unsere Umgebung wird als von uns nichtmehr beeinflussbar wahr genommen.
Der erste Schritt zur Veränderung kann der sein, sich selbst zu spüren, indem man geht. Einfach los gehen!
Indem man geht, spüren man sich selbst und nimmt Umgebung wieder wahr. Die Welt beginnt Realität zu werden, die durch Stress, Angst und Wertlosigkeitsgefühle verloren gegnangen ist!
Der zweite Schritt sollte sein, anderen zu berichten: “Was habe ich gesehen? Was habe ich gespürt? Kann ich anderen etwas von mir mitteilen?”
Im dritten Schritt stellen wir unser gesamtes Ernährungsprogramm um: Nicht die verharrende Sattheit sondern eher “Bio-Lebensmittel”, abenteuerlicher Geschmack und Hunger soll das Körper-System mit Energie auffüllen: “Sich selbst gut versorgen” heißt dieses Programm.
Der vierte Schritt betrifft das Ruhebedürfnis: Schlafen Sie nur dann und benutzen sie Ihr Bett nur dann, wenn sie ausgepowert von Bewegung und Erlebnissen wirklich müde sind.

Depression ist eine Volkskrankheit. Der Zugang zu einer psychotherapeutischen Behandlung ist aufwändig: auf einen Therapieplatz muss man ca. ein Jahr warten und hat dann immer noch nicht die Sicherheit des “!richtigen Therapeuten. Untersuchungen haben ergeben, dass weder ein Unversitäts-Studium noch wissenschaftliche Arbeiten eine Therapie erfolgsversprechend machen!
Wege aus der Therapie müssen also selbst angesteuert werden. mindfitnet hat ein coach-tool entwickelt: Cockpit. Es basiert auf einer täglichen Statuskontrolle und einem Punkte-System aus sich selbst wertschätzenden Aktivitäten!

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P wie Pferdefleisch und Profitgier

Ist da auch Pferdefleisch drin?

Ist da auch Pferdefleisch drin?

Nun ist also möglicherweise gedoptes Pferdefleisch in super billiger Tiefkühl-Lasagne aufgetaucht. Haben wir’s geahnt, dass soetwas passiert nach all den Lebensmittel-Skandalen?
Die die schon früher genau wissen wollten, was wirklich in den Industrienahrungsmitteln steckt, wurden als Bio-Idioten verunglimpft. Und jetzt wird uns gesagt, dass an diesem Nahrungsmittel-Betrug schuld seien die, die immer wieder nur das billigste kaufen würden. Wieder werden die Unternehmer geschützt!
Ich behaupte mal, dass an diesen Betrügereien nicht die Verbraucher schuld sind, sondern die, die überall und immer wieder nach den Kriterien des höchstmöglichen Profits produzieren oder verkaufen. Die finden wir in den Hedgefonds, in der Autoindustrie, bei Kosmetikherstellern, bei Imbissbuden-Besitzern und bei Pflegediensten.
Profit zu suchen und dabei auch mehr oder weniger zu betrügen, ist eine Tugend in einem profitorientierten System. Schon als kleiner Junge hat man mir augenzwinkernd versichert: “100 % ehrlich geht gar nicht! Nicht in diesem Leben!”

Ethisches Verhalten lernt man garantiert nicht, wenn man den Profit als Hauptziel im Auge hat. Ethisches Verhalten scheint nur noch dort zu finden zu sein, wo strenge Gesetze angewendet werden und Überprüfung wirklich stattfindet. Lebensmittelkontrolleure sind in Deutschland Mangelware geworden. Und deswegen werden wir immer wieder solche Skandale haben! Weil in Nahrungsmittel fast alles gemischt werden darf, was die industrielle Produktion möglich macht.

Bequem zurücklehnen und mit dem Finger zeigen ist nicht angesagt. Ob wir nun billigste Nahrungsmittel oder das billigste Amazon Angebot kaufen: immer dort wo es nur um billig zu gehen scheint ist unethisches Verhalten nicht weit! Aber es geht nicht darum, preiswerte Güter zu verunglimpfen. Es geht darum, und ethisches Verhalten überall bloßzustellen. Wer sich unethisch verhält, darf nicht noch dazu den Profit einstreichen und alle anderen für dumm verkaufen!

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Stressfaktor Angst

Fliegen als Stresscoping

Fliegen regt uns an

Immer dann, wenn wir uns Herausforderung gegenübersehen, die uns Angst machen, antwortet unser Gehirn mit Stressreaktionen. Die Möglichkeiten sind: kämpfen, Wegrennen, tot stellen. Im Kampf und in der Vorbereitung dazu wird Stress erhöht: wir fassen alle Kräfte zusammen um zu gewinnen.

Zeigen alle gespeicherten Daten in unserem Gehirn an, dass wir Anforderungen möglicherweise nicht gewachsen sein können, wendet sich unser System zur Flucht.

Gibt es überhaupt keine Lösung, stecken wir den Kopf in den Sand und tun so, als ob nichts gewesen wäre. Wir hoffen darauf dass, dass sich die Situation zum Besseren wendet.
Die Anforderungen im Job sind oft oder fast immer nicht mit unseren natürlichen Stress- Antworten zu bewältigen. Sie sind zu komplex, sind von uns nicht zu beeinflussen und oft auch jenseits aller unserer persönlichen Ressourcen angesiedelt. Sehr oft also muss unser Gehirn kreativ und “ins Blaue hinein” neue Lösungen finden, heißt: neue neuronale Netze müssen geknüpft werden..

Auch deswegen ist das Softskill:“ kreativ sein“ im Zentrum der Aufmerksamkeit. Wie können wir kreativ sein lernen?
Am besten wäre es, wild Figuren zu tanzen, ein Instrument dabei zu spielen, auf einen Partner kognitiv einzugehen, einen Song zu singen und dabei auch noch die Location  im Auge zu haben: es könnte ein Fress – oder Revierfeind uns unsere Position streitig machen.
Mit diesem Programm, wenn es erfolgreich absolviert wird, bringt unser Gehirn dazu, in möglichst vielen neuronalen Netzen energiereich zu feuern. Wir sind eloquent, freudig erregt, rechnen mit Erfolg und setzen unsere Organe erfolgreich ein.

Sie sollten ins nächste Status Quo – Konzert gehen oder regelmäßig zu irgendeiner anderen energiegeladenen Veranstaltung! Aber setzen sie sich nicht distanziert in einen Ecke! Das würde nur ihre depressiven Stressreaktionen verstärken!

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Schwarzgeld

Wetten, Prostitution, Schwarzgeld, Drogengeld, Bestechungsgeld, Schutzgeld, Erpressungs- Geld: eine Riesen-Geld-Industrie streicht Unsummen ein,  macht riesige Gewinne und weiß dann nicht wohin mit dem Geld, denn soviel kann man gar nicht als Schmuck  am Körper tragen oder als Luxus “schwarz” verbraten.
Mafia ist längst nicht mehr Italien. Mafia findet in Russland statt, in Deutschland und überall dort, wo es viel Geld schnell zu holen gibt: Investment-Banking!
Es ist nicht sehr beruhigend, dass – außer in Italien, wo die Staatsanwälte beispielhaft hart gegen die Mafia vorgehen – kaum Erfolgsmeldung zu finden sind, wenn es darum geht, illegale Gewinne zu beschlagnahmen oder kriminelle Gewinn-Maximierung zu verhindern.

Dabei haben die großen Bosse schon längst “Bella Italia” verlassen. Un d siehe da: immer wieder gibt es kleine Rauchzeichgen: Russen-Mafia, Mädchenhandel, Drogen-Schmuggel. Jetzt heißt es: Asiatische Kriminelle! Oh!!
Es macht Stress, wenn die schönste Nebensache der Welt, der Sport und besonders der Fußball über die Wettbüros und deren angeschlossene Organisationen zurt kriminellen Szene  verkommt.
Wer hat private Wettbüros eigentlich zugelassen?  War da nicht ebenfalls  von Freiheit und vom sich selbstregulierenden Markt die Rede.  Der Markt verkommt zu einem schmierigen Geschäft deer Lobbyisten und Kriminellen, so scheint es! Es ist traurig, dass die Partei mit dem C, die am meisten gegen Ausbeutung und kriminelle Übergriffe tun müsste, immer nur von diesem heiligen “ Marktmechanismus” redet.
Es sollte nicht vergessen werden, dass schätzungsweise ein Drittel des Spekulationskapitals, dass ständig um die Welt wandert, aus kriminellen Quellen stammt!

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Russland schwul?

Stalin

Es ist nicht sicher, ob die russische Duma weiß was sie tut.
Bislang gelten die Russen noch als immerhin zivilisiertes Volk. Jetzt ist es in Russland verboten, schwul zu sein. Öffentlich zu zeigen, dass man nicht heterogen ist, oder lebt! Selbst wenn man zumindest respektiert, dass es viele divergierende Sexual-Verhalten gibt, betreibt man wohl verbotenePropaganda und wird mit Gefängnis oder hohen Geldstrafen bestraft. Ab ins Arbeitslager! Nach Workuta!

Puschkin war dunkel-häutig, Tschaikowsky war schwul! Würden sie sich im Grabe herumdrehen? Würden sie Widerstand organisieren? Auch in’s Lager! Man kommt auch in’s Arbeitslager, wenn man fremdländischer Agent ist! Vorsicht Es könnte sein, dass das Spielen von Musik von Tschaikowsky auch schon als Propaganda gewertet wird.

Wir werden sehen, was die russische Gesellschaft als typisch männlich oder typisch weiblich definieren wird. Wodka saufen, mit dicken Allrad-Autos durch die Taiga heizen, mit Sturmgewehren Wölfe oder Bären abschießen oder dicke Geldbündel mit dem Daumen zählen kann das eine nicht sein, Stöckelschuhe, Miniröcke und dicker Goldplunder das andere auch nicht.

Wir können erkennen, welch ein weiter Weg es war, der seit 1989 , seit Gorbatschow in Russland beschritten werden musste. Und wir können auch erkennen, welch ein weiter  Weg durch die Taiga noch vor uns liegt, bis wir unseren russischen Freunden zur wirklichen Freiheit gratulieren können.
Freiheit, was ist Freiheit?
Ich dachte immer, dass nur die alten, dicken, weißen Männer in Maisgürtel von Amerika am guten Geist vorbei gesegelt sind. Jetzt weiß ich: Es muss auch in Russland einen riesigen Maisgürtel geben und viele dicke, alte, weiße Männer!

 

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Verantwortung

Im im Winter gibt es genug Zeit, zu überlegen, wie wir die Schönheit unserer Natur, die wir im Sommer so oft genießen, erhalten können. Wir genießen die Sonne, den Wind, die sanften Hügel und die hohen schneebedeckten Berge. Wir genießen, das Meer, den Strand die Wege am Waldesrand, die kleinen Straßen mit dem Rad, hören Vögel singen! Und in uns kehrt in der Schönheit der Natur Friede ein.

Diese Ruhe gehört zu unserem genetischen Code. Die Welt um uns muss bewahrt werden, damit wir als Teil dieser Natur unsere Nahrung, unsere Heimat und unseren Frieden darin finden.
Als Menschen angefangen haben, Profite aus der industriellen Produktion von Gütern, Rohstoffen und Lebensmitteln zu erzeugen, haben sie auch angefangen,  die Natur zu zerstören. Profit, Renditen für Kapitalanleger zu erzielen gelingt meistens leider nur mit Hilfe und in Verbindung mit Macht. Mit der Macht, Natur Länder, Rohstoffe  oder Güter zu unterwerfen. Diese Macht wird früher und heute durch brutale Kriege, Unterwerfung und Geld ausgeübt. Heute genügt es meistens schon, dass Investitionen zu tätigen und Arbeitsplätze, Renditen, Steuer-Einnahmen oder Wachstum zu versprechen. Das öffnet  Türen! Besonders lohnend schein die Produktion von minderwertigen Nahrungsmitteln zu sein: auf den Packungen steht “Natur” und innen ist Industrie!
Es ist natürlich, dass ein Lebensmittel-Manager erst einmal nicht die Natur, das Wohlergehe des Staates  oder die Gesundhei der Konsumenten im Auge hat. Manager besonders von Konzern werden nach Erfolg bezahlt und oft genug denken Sie, dass ethische Produkte nicht zu Profitsteigerung führen.
Es gibt genug Gegen-Beispiele. Es gibt genug Unternehmen, die mit ethischen Produkten wirtschaftlichen Erfolg haben. Es gibt genug Projekte in denen bewiesen wird, dass auch Verbraucher Wahrheit und faires Produzieren mit Kauf belohnen.

Deswegen scheint es auch eine Chance zu geben, dass sich Parolen wie “Geiz ist geil” oder “nur der Preis zählt” selbst überholen und ins Abseits fahren. Langsam aber sicher.
Deswegen scheint es auch eine Chance zu geben, dass unsere schöne blaue Welt weiter existieren kann, wenn unser genetischer Code, der uns dazu bringt die Natur zu bewahren, sich durchsetzt gegenüber unserer Schattenseite: Denn die sagt uns immer:“ Das ist doch nicht so schlimm!“ Statt dessen sollten wir sagen und Handeln:”Wir wollen das nicht mehr!”

Allgäu Wandern

Hinter dem Nebelhorn

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Gratulation Niedersachsen!

Niedersachsen ist das Land, in dem es die meisten Schweineställe, Hühnerställe und wahrscheinlich auch Rinderställe gibt. Es macht Mühe, zu verstehen, mit welch einem Berufsethos die Bauern in diesem Land diese Ställe betreiben. Es macht doch Mühe, zu hören, mit welchen Argumenten diese Bauern ihr Tun begründen. „Was ist denn das natürliche Leben einer Mastsau?“ fragte er harmlos zurück im Angesicht seiner minimalgroßen Boxen, dem geschmacksveränderten Orangenschalenfutter aus Brasilien und dem teuren Monsanto Hormon-Gen-Food für seine „Mast-Produktion“.  Diese Jungs dort in Niedersachsen verstehen gar nicht, dass ein Tier keine Produkt sondern ein Lebewesen ist. Am verständlichsten wirken sie dann, wenn Sie die Schuld an allem, besonders aber an der Not der Tiere, den Verbrauchern zuweisen.Also müssen wir es ihnen zeigen!

Der Umsatz an Schweinefleisch muss runter!

Als Wähler haben die Niedersachsen nun ein Votum abgegeben. Jetzt sind wir die Verbraucher bundesweit dran.

Beim Fleisch, beim Fisch, in der Pflanzenproduktion muss endlich das her, was alle wollen: eine Beschränkung der industriellen Methoden dort, wo unsere Lebensmittel hergestellt werden. Und wir die Verbraucher können jeden Tag abstimmen ob wir tatsächlich beim Essen und Trinken eine neue Produktionsweise haben wollen.

 

Es ist zu hoffen, dass nicht nur in Niedersachsen ein neues Denken Einzug hält. Manche Mühlen mahlen langsam, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Hoffnung darauf, dass die armen Schweine so etwas wie ein Hundeleben haben dürfen. Das wäre wirklich ein Fortschritt.

 

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